«Es ist falsch die Serifen einer Serifenschrift zu enfernen».
Erhard Kaiser, 28.5.2011.
… und doch fragt man sich, warum diese Aussage wie ein physikalisches Gesetz behandelt wird. Dieses Projekt entstand aus einer einfachen Frage, die die Geschichte der Typografie geprägt hat: Serif oder Sans Serif? Seit Jahrzehnten fuehlen sich Gestalter gezwungen, zwischen der Wärme und Tradition der Serifenschriften und der Klarheit und Funktionalitaet der serifenlosen Schriften zu waehlen. Jede Stilrichtung traegt ihre eigene Stimme und Geschichte, und doch wirkt die Distanz zwischen ihnen bei genauer Betrachtung immer etwas kuenstlich, konstruiert und historisch gewachsen.
Diese Arbeit erforscht das Feld zwischen Sans und Serif – wo Kontrast zur Verbindung wird und Charakter aus dem Gleichgewicht entsteht. Ziel war es, traditionelle Kategorien bewusst zu ueberschreiten. Entstanden ist eine ruhige Superfamilie, die klassische und zeitgenoessische Qualitaeten auf natuerliche, menschliche Weise vereint. Mit einem leisen Augenzwinkern – selbst gegenueber mancher «Koriphaee aus Deutschland». Daumen hoch … oder Daumen runter?